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Rudiments7 Min. LesezeitAktualisiert: 9. Oktober 2026

Drag-Rudiments: Technik, Übungen und alle zehn Drags

Ein Drag besteht aus zwei schnellen, leisen Vorschlägen vor dem Hauptschlag. Hier lernst du, wie du die Vorschläge aus einem einzigen Rebound spielst, und alle zehn Drag-Rudiments der PAS-Liste.

Ein Drag klingt wie ein kurzes Schleifen vor dem eigentlichen Schlag: „drrr-tamm“. Eine Hand spielt zwei schnelle, leise Vorschläge, direkt danach kommt der Hauptschlag der anderen Hand. Im Englischen heißt er auch Ruff, die PAS-Liste führt ihn als „Drag (Ruff)“.

Die zehn Drag-Rudiments bilden die letzte Familie der PAS-Liste (Nummer 31 bis 40). Sie gehören zum typischen Klang der Marching-Snare, sind aber auch am Drumset für Fills und Verzierungen im Groove nützlich.

Drag-Technik: zwei Vorschläge aus einem Rebound

Die beiden Vorschläge eines Drags spielst du nicht als zwei getrennte Schläge, sondern mit einer einzigen Bewegung. Lass den Stick aus etwa 3 cm Höhe fallen und gib beim Aufprall ganz leicht Druck mit den Fingern. Der Stick springt dann genau zweimal. Das ist im Prinzip ein sehr leiser, enger Doppelschlag.

Die andere Hand steht hoch, etwa 25 bis 30 cm, und spielt den Hauptschlag. Wie beim Flam lässt du beide Hände gleichzeitig losfallen. Der tiefe Stick prallt zweimal auf, bevor der hohe Stick ankommt.

  • Unterschied zum Flam: Beim Flam gibt es einen Vorschlag, beim Drag zwei. Die Höhen sind ähnlich, aber beim Drag muss der tiefe Stick zweimal springen.
  • Unterschied zum Buzz: Ein Buzz-Schlag springt beliebig oft. Beim Drag sind es genau zwei Vorschläge, klar und gleich laut.

Im Sticking stehen die Vorschläge klein vor dem Hauptschlag: „llR“ heißt zwei linke Vorschläge, rechter Hauptschlag. In Noten werden sie meist als zwei kleine Vorschlagsnoten oder als Sechzehntel mit Wirbelstrich geschrieben. Die Kästen auf dieser Seite zeigen den ganzen Drag vereinfacht auf einem Rasterplatz.

Typische Fehler beim Drag

  • Nur ein Vorschlag hörbar: Der Druck beim Aufprall fehlt, der Stick springt nur einmal. Dann klingt es wie ein Flam. Übe den Doppel-Rebound einzeln: zehnmal hintereinander nur die Vorschläge, ohne Hauptschlag.
  • Vorschläge zu laut: Sie werden aktiv geschlagen statt fallen gelassen. Halte den Stick tiefer und locker.
  • Vorschläge zu breit: Man hört „ta-ta-tamm“ statt „drrr-tamm“. Mehr Druck beim Aufprall, dann rücken die beiden Vorschläge zusammen.
  • Hauptschlag kommt zu spät: Die Vorschläge stehen auf der Zählzeit, der Hauptschlag danach. Richtig ist umgekehrt: Der Hauptschlag liegt auf der Zählzeit, die Vorschläge kommen kurz davor.

Tipp: Wenn der Drag nicht klappt, spiel zuerst einen sehr langsamen offenen Doppelschlag mit der Vorschlag-Hand und mach ihn dann immer enger und leiser, bis er zum Drag wird.

Übungsplan für Drags

Übe täglich 10 Minuten mit dem Metronom oder dem Rudiment-Trainer.

  1. Woche 1: Einzelne Drags in Vierteln bei 60 BPM, abwechselnd rechts und links. Sitzt, wenn du bei jedem Drag zwei gleich laute Vorschläge hörst.
  2. Woche 2: Drags in Achteln bei 60 bis 80 BPM, dazu Single Drag Tap und Lesson 25.
  3. Woche 3–4: Double Drag Tap, Drag Paradiddle #1 und Single Ratamacue bei 60 bis 80 BPM.
  4. Danach: Drag Paradiddle #2, Double und Triple Ratamacue. Hier folgen mehrere Drags direkt aufeinander, die Hände müssen sehr schnell zwischen tief und hoch wechseln.

Alle Drag-Rudiments im Einzelnen

Drag (Ruff) PAS 31

Drag (Ruff) (PAS 31)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. llR
  2. rrL
Im Trainer üben

Zwei Vorschläge und ein Hauptschlag, abwechselnd rechts und links. Die Grundlage aller Drag-Rudiments. Klingt wie ein kurzes Schleifen vor einem Akzent.

Übe in Vierteln bei 60 BPM. Wenn jeder Drag sauber klingt, wechsle zu Achteln und steigere bis 90 BPM.

Single Drag Tap PAS 32

Single Drag Tap (PAS 32)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. llR
  2. L
  3. rrL
  4. R
Im Trainer üben

Ein Drag, dann ein Einzelschlag der Vorschlag-Hand: llR L. Die linke Hand spielt also erst die Vorschläge und gleich danach den betonten Schlag. Dafür muss sie nach den tiefen Vorschlägen sofort hochkommen.

Start bei 60 BPM in Achteln. Sitzt, wenn der betonte Einzelschlag klar hervortritt und die Vorschläge trotzdem sauber bleiben.

Double Drag Tap PAS 33

Double Drag Tap (PAS 33)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. llR
  2. llR
  3. L
  4. rrL
  5. rrL
  6. R
Im Trainer üben

Zwei Drags und ein Einzelschlag in Triolen: llR llR L. Die linke Hand spielt zweimal hintereinander Vorschläge und dann den Akzent, die rechte zweimal den Hauptschlag. Gut, um die Vorschläge der schwächeren Hand zu stärken.

Übe bei 50 bis 60 BPM in Triolen. Achte darauf, dass der zweite Drag genauso sauber klingt wie der erste.

Lesson 25 PAS 34

Lesson 25 (PAS 34)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. llR
  2. L
  3. R
  4. rrL
  5. R
  6. L
Im Trainer üben

Ein Drag und zwei Einzelschläge: llR L R, Akzent auf dem letzten. Der Name geht auf eine nummerierte Lektion in einem alten Trommel-Lehrbuch zurück. Das Muster ist kurz und gut für den Einstieg in die Drag-Familie.

Start bei 60 BPM in Sechzehnteln. Sitzt, wenn der Akzent genau auf der Zählzeit landet und die Vorschläge nicht verschwimmen.

Single Dragadiddle PAS 35

Eine Verbindung aus Paradiddle-Bewegung und Drag, verwandt mit den beiden Drag Paradiddles weiter unten. Für dieses Rudiment gibt es hier noch kein Sticking zum Anhören, nimm dafür eine Notenvorlage zur Hand.

Lerne vorher den Single Paradiddle und den Drag sicher. Übe dann wie bei den anderen Drags ab 60 BPM.

Drag Paradiddle #1 PAS 36

Drag Paradiddle #1 (PAS 36)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. R
  2. llR
  3. L
  4. R
  5. R
  6. L
  7. rrL
  8. R
  9. L
  10. L
Im Trainer üben

Ein Akzent, dann ein Paradiddle mit Drag auf dem ersten Schlag: R llR L R R. Der Akzent vorne gibt dem Muster einen klaren Anfang. Nach dem Doppelschlag am Ende wechselt die Führungshand.

Übe in Sextolen ab 60 BPM. Achte darauf, dass der Akzent nicht durch die direkt folgenden Vorschläge erstickt wird.

Drag Paradiddle #2 PAS 37

Drag Paradiddle #2 (PAS 37)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. R
  2. llR
  3. llR
  4. L
  5. R
  6. R
  7. L
  8. rrL
  9. rrL
  10. R
  11. L
  12. L
Im Trainer üben

Wie Drag Paradiddle #1, aber mit zwei Drags hintereinander: R llR llR L R R. Die linke Hand spielt zweimal Vorschläge direkt nacheinander, die rechte zweimal den Hauptschlag.

Start bei 50 bis 60 BPM. Sitzt, wenn beide Drags gleich klingen und der Doppelschlag am Ende nicht hetzt.

Single Ratamacue PAS 38

Single Ratamacue (PAS 38)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. llR
  2. L
  3. R
  4. L
  5. rrL
  6. R
  7. L
  8. R
Im Trainer üben

Ein Drag und drei Einzelschläge, Akzent auf dem letzten: llR L R L. Der Name klingt wie das Muster selbst. Ratamacues gehören zu den bekanntesten Marching-Rudiments und eignen sich gut für Fills mit Akzent auf einer Tom oder einem Becken.

Übe in Sechzehnteln ab 60 BPM. Sitzt, wenn der Akzent am Ende kräftig und pünktlich kommt.

Double Ratamacue PAS 39

Double Ratamacue (PAS 39)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. llR
  2. llR
  3. L
  4. R
  5. L
  6. rrL
  7. rrL
  8. R
  9. L
  10. R
Im Trainer üben

Zwei Drags vor dem Single Ratamacue: llR llR L R L. Das Muster läuft länger auf den Akzent zu und wirkt dadurch wie eine kleine Steigerung.

Start bei 50 bis 60 BPM in Sextolen. Achte darauf, dass die Einzelschläge vor dem Akzent nicht schneller werden.

Triple Ratamacue PAS 40

Triple Ratamacue (PAS 40)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. llR
  2. llR
  3. llR
  4. L
  5. R
  6. L
  7. rrL
  8. rrL
  9. rrL
  10. R
  11. L
  12. R
Im Trainer üben

Drei Drags vor dem Single Ratamacue: llR llR llR L R L. Das letzte Rudiment der PAS-Liste und eines der schwierigsten, weil drei Drags direkt aufeinander folgen.

Übe zuerst den Double Ratamacue sicher. Dann bei 50 BPM beginnen und erst steigern, wenn alle drei Drags gleich klingen.

So setzt du Drags am Set ein

Am einfachsten ist ein Drag auf der Snare vor dem Backbeat. Spiel einen ruhigen Groove bei 70 BPM und setze vor die Snare auf 4 einen Drag mit der linken Hand: Die beiden Vorschläge kommen kurz vor der Zählzeit, der Hauptschlag auf 4. Das klingt nach Marsch und lockert einen schlichten Groove auf.

Für Fills eignet sich der Single Ratamacue: Drag und Einzelschläge auf der Snare, den Akzent auf Standtom oder Crash. Und die Lesson 25 lässt sich gut über Hänge- und Standtom verteilen, mit dem Akzent auf der Eins des nächsten Takts.

Wenn du Drags und Flams sicher spielst, beherrschst du alle Grundbewegungen der Rudiments. Den Überblick über alle 40 findest du unter Rudiments.