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Rudiments7 Min. LesezeitAktualisiert: 9. Oktober 2026

Trommelwirbel lernen: offener Wirbel, Buzz Roll und Single Strokes

Ein Trommelwirbel ist eine so schnelle Folge von Schlägen, dass ein durchgehender Klang entsteht. Hier lernst du die drei Arten, ihn zu spielen, mit Übeplan und Tempoangaben.

Ein Trommelwirbel (englisch drum roll) klingt wie ein einziger, langer Ton. In Wirklichkeit sind es viele kurze Schläge, die so dicht aufeinander folgen, dass das Ohr die Lücken nicht mehr hört. Wie du diese Schläge erzeugst, entscheidet über den Klang: mit Einzelschlägen, mit Doppelschlägen oder mit gepressten Mehrfachschlägen.

Auf dieser Seite findest du alle sechs Wirbel-Rudiments der PAS-Liste mit Sticking zum Anhören. Die abgezählten Wirbel vom Five Stroke Roll bis zum Seventeen Stroke Roll haben eine eigene Seite: Stroke Rolls.

Was ist ein Trommelwirbel? Offen oder gepresst

Im Unterricht unterscheidet man zwei Grundformen. Der offene Wirbel besteht aus Doppelschlägen: Jede Hand schlägt zweimal, rechts-rechts-links-links. Bei langsamem Tempo hörst du jeden einzelnen Schlag, bei hohem Tempo verschmelzen sie. Diese Form gehört zur Marschtrommel-Tradition und ist am Drumset die übliche.

Der gepresste Wirbel (Buzz Roll, Press Roll oder Multiple Bounce Roll) entsteht, indem du den Stick leicht ins Fell drückst. Er springt dann mehrmals hintereinander, ein kurzes Schnarren. Wechseln sich beide Hände ab, ergibt sich ein dichtes Rauschen ohne erkennbare Einzelschläge. So klingt der Wirbel im Orchester und bei leisen Stellen im Jazz.

Die dritte Möglichkeit ist der Single Stroke Roll, also abwechselnd rechts und links. Er klingt kräftig und gleichmäßig, braucht für einen geschlossenen Klang aber ein hohes Tempo und viel Ausdauer.

So lernst du den Trommelwirbel

Für den offenen Wirbel ist der Doppelschlag entscheidend. Der erste Schlag kommt aus dem Handgelenk. Der zweite entsteht aus dem Rückprall des Sticks, den du mit den Fingern (vor allem Mittel- und Ringfinger) zurück aufs Fell führst. Das Handgelenk macht für zwei Schläge nur eine Bewegung.

  1. Langsam und offen: Spiel R R L L als Sechzehntel bei 60 BPM, jeder Schlag bewusst aus dem Handgelenk. Ziel: alle vier Schläge gleich laut.
  2. Rebound übernehmen lassen: Zwischen 80 und 110 BPM wird es mit zwei Handgelenkschlägen anstrengend. Ab hier lässt du den zweiten Schlag aus dem Rückprall kommen und hilfst mit den Fingern nach.
  3. Unterteilung wechseln: Spiel bei 70 BPM je zwei Takte Achtel-Doppelschläge, Triolen-Doppelschläge und Sechzehntel-Doppelschläge, ohne abzusetzen.
  4. Schneller und geschlossener: Steigere in Schritten von 4 BPM. Ab etwa 120 BPM in Sechzehnteln (das entspricht Zweiunddreißigsteln bei 60 BPM) beginnt der Wirbel zu verschmelzen.

Beim Buzz Roll übst du zuerst den einzelnen gepressten Schlag: Stick aus 5 cm Höhe fallen lassen, beim Aufprall leicht nachdrücken. Du solltest ein Schnarren aus drei bis fünf Schlägen hören. Dann abwechselnd rechts und links in Achteln bei 60 BPM, später in Sechzehnteln.

Tipp: Nimm dich mit dem Handy auf. Den Unterschied zwischen erstem und zweitem Schlag beim Doppelschlag hörst du beim Spielen selbst kaum, auf der Aufnahme sofort.

Typische Fehler beim Wirbel

  • Der zweite Schlag ist zu leise. Das häufigste Problem. Übe Doppelschläge mit Akzent auf dem zweiten Schlag (R >R L >L), bis sich das Gleichgewicht einpendelt.
  • Ungleiche Abstände. Klingt der Wirbel wie „RR – LL – RR“, hängt der Handwechsel. Übe langsam mit Metronom auf Sechzehnteln und zähl laut mit.
  • Verkrampfte Hand. Wenn der Unterarm brennt, hältst du den Stick zu fest. Geh 10 BPM zurück und lockere die hinteren Finger.
  • Buzz ohne Druck oder mit zu viel Druck. Zu wenig Druck ergibt nur zwei Schläge, zu viel erstickt den Klang. Der Stick soll mehrmals springen, aber hörbar ausklingen.
  • Gleichmäßigkeit geht beim Lauterwerden verloren. Bei einem Crescendo wird oft eine Hand lauter als die andere. Übe Crescendos langsam über vier Takte.

Trommelwirbel als Effekt: Crescendo und Tusch

Den klassischen Trommelwirbel vor einer Ankündigung kennst du aus Zirkus und Fernsehen. Er beginnt leise, wird über ein paar Sekunden lauter und endet mit einem kräftigen Schlag auf Snare und Crash-Becken. Gespielt wird er meist als Buzz Roll oder als schneller offener Wirbel.

So übst du ihn: Stell das Metronom auf 80 BPM. Spiel vier Takte Wirbel, beginne sehr leise mit den Sticks dicht am Fell und hebe sie mit jedem Takt etwas höher. Auf der Eins des fünften Takts kommt der Schlussakzent, den du mit der rechten Hand auf dem Crash spielst. Wichtig: Das Tempo des Wirbels bleibt gleich, nur die Lautstärke ändert sich.

Am Drumset spielst du Wirbel auch auf den Toms oder auf dem Ride-Becken. Auf der Standtom klingt ein Wirbel dunkel und donnernd, auf dem Becken entsteht ein anschwellendes Rauschen, das gut vor einem Refrain funktioniert. Für Beckenwirbel nimmst du am besten Mallets mit weichem Kopf.

Übungsplan für vier Wochen

Plane 10 Minuten am Tag ein, am besten mit dem Rudiment-Trainer oder dem Metronom.

WocheÜbungTempoSitzt, wenn …
1Single Stroke Roll und Double Stroke Roll in Sechzehnteln, je 4 Minuten60–72 BPMalle Schläge eine Minute lang gleich laut sind
2Double Stroke Roll, Unterteilungen wechseln (Achtel, Triolen, Sechzehntel)70–84 BPMdie Wechsel ohne Stocken gelingen
3Double Stroke Roll steigern, dazu Buzz Roll in Sechzehnteln84–100 BPMder Buzz ohne Lücken durchklingt
4Single Stroke Four und Seven, Crescendo-Wirbel über vier Takte80–100 BPMder Schlussakzent genau auf der Zählzeit landet

Die Wirbel-Rudiments im Einzelnen

Single Stroke Roll PAS 1

Single Stroke Roll (PAS 1)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. R
  2. L
  3. R
  4. L
  5. R
  6. L
  7. R
  8. L
Im Trainer üben

Abwechselnd rechts und links, jeder Schlag gleich laut und gleich hoch. Klingt bei mittlerem Tempo wie ein gleichmäßiges Trommeln und ist die Grundlage für fast jedes Fill. Achte darauf, dass beide Sticks von derselben Höhe kommen; die schwächere Hand neigt dazu, flacher zu spielen.

Übe in Sechzehnteln ab 60 BPM, eine Minute pro Tempostufe. Ein gutes Zwischenziel sind 100 BPM, gemessen an einer Minute ohne Tempoverlust.

Single Stroke Four PAS 2

Single Stroke Four (PAS 2)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. R
  2. L
  3. R
  4. L
  5. L
  6. R
  7. L
  8. R
Im Trainer üben

Vier Einzelschläge, wobei die ersten drei schnell auf den vierten, betonten Schlag zulaufen. In der Notation stehen die drei Vorlaufschläge meist als Triole. Der Kasten zeigt das als Sextolen-Raster mit Pause, damit die Führungshand wechselt.

Wichtig ist, dass der Akzent genau auf der Zählzeit landet und nicht zu früh kommt. Starte bei 60 BPM und steigere, bis du bei 90 BPM sauber bleibst.

Single Stroke Seven PAS 3

Single Stroke Seven (PAS 3)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. R
  2. L
  3. R
  4. L
  5. R
  6. L
  7. R
  8. L
  9. R
  10. L
  11. R
  12. L
  13. R
  14. L
Im Trainer üben

Sechs schnelle Einzelschläge, die in einen siebten, akzentuierten Schlag münden. Am Set ist das ein kurzer, kräftiger Lauf, etwa über Snare und Toms vor einem Crash. Die sechs Schläge passen als Sextole auf eine Zählzeit.

Spiel die Vorlaufschläge leise und gleichmäßig, damit der Akzent hervorsticht. Übe bei 60 BPM und zähl die Pause danach bewusst mit.

Multiple Bounce Roll (Buzz Roll) PAS 4

Multiple Bounce Roll (Buzz Roll) (PAS 4)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent · ≈ = Buzz
  1. R
  2. L
  3. R
  4. L
  5. R
  6. L
  7. R
  8. L
Im Trainer üben

Jeder Schlag wird leicht ins Fell gedrückt, sodass der Stick mehrmals springt. Die Hände wechseln sich ab, die Schnarrer überlappen sich zu einem dichten Rauschen. Die Zahl der Bounces pro Schlag ist nicht festgelegt, wichtig ist ein gleichmäßiger Klang ohne Lücken.

Beginne mit Achteln bei 60 BPM und achte darauf, dass jeder Buzz gleich lang ist. Später spielst du Sechzehntel bei 80 bis 100 BPM, dann verschwinden die Übergänge.

Triple Stroke Roll PAS 5

Triple Stroke Roll (PAS 5)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. R
  2. R
  3. R
  4. L
  5. L
  6. L
Im Trainer üben

Jede Hand spielt drei Schläge hintereinander: R R R L L L. Der Wirbel wird auch French Roll genannt und klingt dichter als der Double Stroke Roll. Den ersten Schlag spielst du aus dem Handgelenk, den zweiten und dritten mit Rebound und Fingern.

Der dritte Schlag wird gern zu leise. Übe zuerst bei 60 BPM in Sextolen und spiel bewusst jeden dritten Schlag etwas fester, bis alle gleich klingen.

Double Stroke Open Roll PAS 6

Double Stroke Open Roll (PAS 6)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. R
  2. R
  3. L
  4. L
  5. R
  6. R
  7. L
  8. L
Im Trainer üben

Der klassische offene Trommelwirbel aus Doppelschlägen. Langsam gespielt ist er eine Übung für die Doppelschlag-Technik, schnell gespielt ein geschlossener Wirbel. Viele Fills basieren auf ihm, weil er mit wenig Kraft viele Schläge erzeugt.

Starte bei 60 BPM in Sechzehnteln mit zwei Handgelenkschlägen pro Hand. Ab etwa 90 BPM lässt du den zweiten Schlag aus dem Rebound kommen. Er sitzt, wenn du bei 110 BPM eine Minute lang gleichmäßig spielst.

So setzt du den Trommelwirbel am Set ein

Ein kurzer Wirbel auf der Snare über eine Zählzeit, gefolgt von einem Crash auf der Eins, ist das einfachste Fill überhaupt. Spiel ihn als Double Stroke Roll in Zweiunddreißigsteln oder als Buzz Roll. Bei langsamen Songs wirkt ein leiser Buzz Roll über zwei Zählzeiten vor dem Refrain oft besser als ein lautes Tom-Fill.

Verteil den Single Stroke Roll auf Snare, Hängetoms und Standtom, jeweils vier Schläge pro Trommel. Damit hast du ein vollständiges Fill über einen Takt. Wenn das sitzt, probiere dasselbe mit Doppelschlägen: Es klingt dichter und strengt weniger an. Ausführlich geht es mit kurzen, abgezählten Wirbeln auf der Seite Stroke Rolls weiter.