Stroke Rolls: vom Five Stroke Roll bis zum Seventeen Stroke Roll
Stroke Rolls sind kurze Wirbel mit fester Schlagzahl: ein paar Doppelschläge und ein Schlussakzent. Hier lernst du das Zählprinzip, alle neun Varianten und wie du sie am Set einsetzt.
Ein Stroke Roll ist ein Trommelwirbel mit Anfang und Ende. Statt endlos durchzuwirbeln, spielst du eine bestimmte Anzahl Doppelschläge und setzt dann einen betonten Einzelschlag. Der Name verrät die Gesamtzahl der Schläge: Ein Five Stroke Roll hat fünf, ein Seventeen Stroke Roll siebzehn.
Stroke Rolls stammen aus der Marschtrommel-Tradition, sind aber auch am Drumset nützlich: als kurzes Fill, als Auftakt zu einem Crash oder als Verzierung im Groove. Voraussetzung ist ein sauberer Doppelschlag, den du auf der Seite Trommelwirbel lernst.
Das Zählprinzip der Stroke Rolls
Fast alle Stroke Rolls folgen derselben Rechnung: Anzahl Doppelschläge mal zwei, plus ein Schlussakzent.
| Stroke Roll | Aufbau | Sticking (rechts beginnend) |
|---|---|---|
| Five | 2 Doppelschläge + 1 | RR LL R |
| Seven | 3 Doppelschläge + 1 | RR LL RR L |
| Nine | 4 Doppelschläge + 1 | RR LL RR LL R |
| Eleven | 5 Doppelschläge + 1 | RR LL RR LL RR L |
| Thirteen | 6 Doppelschläge + 1 | RR LL RR LL RR LL R |
| Fifteen | 7 Doppelschläge + 1 | RR LL RR LL RR LL RR L |
| Seventeen | 8 Doppelschläge + 1 | RR LL RR LL RR LL RR LL R |
Zwei Ausnahmen gibt es. Der Six Stroke Roll hat zwei Akzente: einen Einzelschlag vorn, zwei Doppelschläge in der Mitte, einen Einzelschlag hinten. Der Ten Stroke Roll endet mit zwei akzentuierten Einzelschlägen statt einem.
Daraus folgt eine praktische Regel: Bei einer geraden Anzahl Doppelschläge (Five, Nine, Thirteen, Seventeen) endet der Roll mit derselben Hand, mit der er begonnen hat. Bei einer ungeraden Anzahl (Seven, Eleven, Fifteen) wechselt die Hand. Deshalb wechseln Seven und Eleven bei Wiederholung automatisch die Führungshand.
Tipp: Zur Notation: Im Notenbild stehen die Doppelschläge meist als Sechzehntel oder Achtel mit Wirbelstrichen. Gespielt werden sie doppelt so schnell, beim Five Stroke Roll in Sechzehnteln also als Zweiunddreißigstel. Die Kästen auf dieser Seite zeigen jeden Schlag auf einem eigenen Sechzehntel-Platz. Das ist ein vereinfachtes Raster und entspricht der halben Geschwindigkeit, ideal zum Lernen.
Wofür du Stroke Rolls brauchst
Am Drumset ist der Five Stroke Roll das häufigste Rudiment für kurze Fills. Spiel ihn auf der Snare in den letzten Sechzehnteln eines Takts und setz den Akzent zusammen mit Bassdrum und Crash auf die Eins: Schon hast du einen sauberen Übergang. Der Seven Stroke Roll füllt eine Zählzeit etwas dichter.
Längere Stroke Rolls wie der Thirteen oder Seventeen Stroke Roll klingen wie ein Wirbel mit klarem Ende. Sie eignen sich für Steigerungen vor einem neuen Songteil. Im Marsch und in der Militärmusik gehören sie zum Standardrepertoire, weil sie Wirbel auf ein exaktes Zählmaß festlegen.
So spielst du Stroke Rolls gleichmäßig
Ein Stroke Roll klingt nur dann gut, wenn alle Doppelschläge gleich laut sind und der Akzent deutlich hervortritt. Drei Punkte helfen:
- Doppelschläge tief halten: Spiel die Doppelschläge aus etwa 8 bis 10 cm Höhe. Nur der Schlussakzent kommt von oben, etwa 25 bis 30 cm.
- Den Akzent vorbereiten: Die Hand, die den Akzent spielt, hebt sich schon während des letzten Doppelschlags der anderen Hand. Kommt die Ausholbewegung zu spät, stolperst du in den Akzent.
- Gleichmäßig zählen: Zähl die Sechzehntel laut mit („1 e und a“). Der Akzent darf nicht früher kommen, nur weil die Doppelschläge davor gehetzt waren.
Typische Fehler
- Der zweite Schlag jedes Doppelschlags fehlt fast. Dann klingt ein Five Stroke Roll wie drei Schläge. Übe die Doppelschläge erst bei 60 BPM als bewusste Handgelenkschläge.
- Der Akzent ist nicht lauter. Meist sind die Doppelschläge zu hoch. Spiel sie bewusst leiser, statt den Akzent härter zu schlagen.
- Falsch gezählt. Besonders beim Eleven, Thirteen und Fifteen verzählt man sich leicht. Sprich die Doppelschläge mit: „eins, zwei, drei …“, dann den Akzent.
- Immer nur mit rechts begonnen. Five, Nine, Thirteen und Seventeen beginnen bei jeder Wiederholung mit derselben Hand, wenn du sie nicht abwechselst. Übe sie bewusst auch links beginnend.
Übungsplan für Stroke Rolls
Übe täglich 10 Minuten mit dem Metronom oder dem Rudiment-Trainer. Arbeite dich in drei Stufen vor:
- Woche 1–2: Five und Seven Stroke Roll im Raster dieser Seite, 60 bis 80 BPM. Sitzt, wenn der Akzent jedes Mal genau auf der Zählzeit landet und beide Hände gleich klingen.
- Woche 3–4: Six, Nine und Ten Stroke Roll dazu, 70 bis 90 BPM. Zusätzlich den Five Stroke Roll in der echten Geschwindigkeit üben: Doppelschläge als Zweiunddreißigstel bei 60 BPM.
- Ab Woche 5: Eleven bis Seventeen. Spiel sie direkt hintereinander, ohne abzusetzen, und halte das Tempo. Ziel: 100 BPM im Raster.
Eine gute Kontrollübung: Spiel einen Takt Achtel auf der Snare, dann einen Takt mit einem Five Stroke Roll auf jeder Zählzeit. Bleibt das Tempo beim Wechsel stabil, sitzt das Rudiment.
Alle Stroke Rolls im Einzelnen
Five Stroke Roll PAS 7
- R
- R
- L
- L
- R
- L
- L
- R
- R
- L
Zwei Doppelschläge und ein Akzent: RR LL R. Der kürzeste Stroke Roll und der wichtigste fürs Drumset. Er wechselt die Führungshand nicht von selbst, deshalb zeigt der Kasten zwei Durchgänge, einmal rechts und einmal links beginnend.
Start bei 60 BPM im Raster. Ziel ist, ihn in echter Geschwindigkeit als kurzen Auftakt vor der Eins spielen zu können.
Six Stroke Roll PAS 8
- R
- L
- L
- R
- R
- L
Akzent, zwei Doppelschläge, Akzent: R LL RR L. Der einzige Stroke Roll, der mit einem Akzent beginnt. Am Set klingt er sehr gut mit den Akzenten auf Toms oder Becken und den Doppelschlägen leise auf der Snare.
Achte darauf, dass der erste Doppelschlag direkt nach dem Akzent nicht zu laut wird. Übe ab 60 BPM in Sechzehnteln.
Seven Stroke Roll PAS 9
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
Drei Doppelschläge und ein Akzent: RR LL RR L. Weil die Zahl der Doppelschläge ungerade ist, endet er mit der anderen Hand und wechselt bei Wiederholung automatisch die Führung.
Gut als Fill über eine ganze Zählzeit. Start bei 60 BPM, Ziel 100 BPM im Raster.
Nine Stroke Roll PAS 10
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
Vier Doppelschläge und ein Akzent. Er füllt im Raster genau zwei Zählzeiten bis zum Akzent. Achte darauf, dass der dritte und vierte Doppelschlag nicht leiser werden als die ersten beiden.
Übe ab 60 BPM und spiel immer zwei Wiederholungen, damit beide Hände einmal führen.
Ten Stroke Roll PAS 11
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- L
Vier Doppelschläge und zwei akzentuierte Einzelschläge am Ende. Die beiden Schlussakzente klingen wie ein kurzes „Tam-Tam“ und eignen sich gut für Breaks, bei denen die ganze Band gemeinsam akzentuiert.
Die beiden Akzente müssen gleich laut sein. Übe ab 60 BPM und höre besonders auf den zweiten, linken Akzent.
Eleven Stroke Roll PAS 12
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
Fünf Doppelschläge und ein Akzent. Wechselt wie der Seven Stroke Roll von selbst die Führungshand. Hier merkst du deutlich, ob deine Doppelschläge über längere Strecken gleichmäßig bleiben.
Start bei 60 BPM. Zähl die Doppelschläge mit, bis du die Länge im Gefühl hast.
Thirteen Stroke Roll PAS 13
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
Sechs Doppelschläge und ein Akzent, im Raster genau drei Zählzeiten Wirbel plus Akzent auf der vierten. Damit eignet er sich gut für Steigerungen über einen ganzen Takt.
Übe ab 60 BPM. Eine nützliche Variante: den Wirbel mit Crescendo spielen, von leise bis zum Akzent.
Fifteen Stroke Roll PAS 14
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
Sieben Doppelschläge und ein Akzent. Er endet mit der anderen Hand und wechselt so bei jeder Wiederholung die Führung. Bei dieser Länge verliert die schwächere Hand gern an Lautstärke.
Start bei 60 BPM, eine Minute lang ohne Unterbrechung. Sitzt, wenn du am Ende nicht schneller geworden bist.
Seventeen Stroke Roll PAS 15
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
- L
- R
- R
- L
Acht Doppelschläge und ein Akzent, der längste Stroke Roll. Im Raster füllt er genau einen Takt bis zur Eins des nächsten. Er ist vor allem eine Ausdauerübung für gleichmäßige Doppelschläge.
Übe ab 60 BPM und steigere in kleinen Schritten. Wenn der Unterarm fest wird, geh 10 BPM zurück.
So setzt du Stroke Rolls am Set ein
Beginne mit einem einfachen Rock-Groove: Hi-Hat in Achteln, Bassdrum auf 1 und 3, Snare auf 2 und 4. Spiel drei Takte Groove und im vierten Takt auf Zählzeit 4 einen Five Stroke Roll auf der Snare, dessen Akzent mit Crash und Bassdrum auf der nächsten Eins landet. So übst du den Übergang vom Groove ins Fill und zurück.
Als Nächstes verteilst du den Six Stroke Roll: Akzente auf Hänge- und Standtom, Doppelschläge leise auf der Snare. Und wenn du lange Stroke Rolls sicher spielst, probiere einen Thirteen Stroke Roll mit Crescendo als Steigerung vor dem Refrain. Weitere Übungen mit Doppelschlägen findest du bei den Paradiddles.