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Rudiments7 Min. LesezeitAktualisiert: 9. Oktober 2026

Flam-Rudiments: Technik, Übungen und alle elf Flams

Ein Flam ist ein leiser Vorschlag direkt vor dem Hauptschlag. Das klingt breiter und voller als ein einzelner Schlag. Hier lernst du die Technik und alle elf Flam-Rudiments der PAS-Liste.

Beim Flam schlagen beide Sticks fast gleichzeitig auf, aber eben nur fast. Ein Stick trifft ganz leise kurz vorher, das ist der Vorschlag. Direkt danach kommt der laute Hauptschlag der anderen Hand. Das Ohr hört keinen Doppelschlag, sondern einen einzigen, breiteren Ton.

Die Flam-Rudiments sind mit elf Mustern die größte Familie der PAS-Liste. Alle beruhen auf derselben Technik. Wenn du den einfachen Flam sauber spielst, sind die übrigen zehn vor allem Kombinationen mit Einzelschlägen, Doppelschlägen und Drags.

Die Flam-Technik: zwei Höhen, eine Bewegung

Entscheidend für einen guten Flam ist nicht das Timing, sondern die Stickhöhe. Du hältst den Vorschlag-Stick tief, etwa 3 cm über dem Fell. Der Hauptschlag-Stick steht hoch, etwa 25 bis 30 cm. Dann lässt du beide Sticks gleichzeitig und mit gleicher Bewegung fallen. Weil der tiefe Stick einen kürzeren Weg hat, trifft er zuerst und leiser. Der hohe Stick kommt einen Moment später und lauter.

Im Sticking schreibt man den Vorschlag klein: „lR“ heißt linker Vorschlag, rechter Hauptschlag. Benannt wird der Flam nach der Hand mit dem Hauptschlag, „lR“ ist also ein rechter Flam.

Für alternierende Flams (lR, rL, lR …) müssen die Hände nach jedem Flam die Höhe tauschen:

  • Die Hand mit dem Hauptschlag spielt einen Down Stroke: Sie schlägt von oben und fängt den Stick tief ab. Damit steht sie schon in der richtigen Position für den nächsten Vorschlag.
  • Die Hand mit dem Vorschlag spielt einen Up Stroke: Sie tippt leise und zieht den Stick gleich danach hoch. Damit ist sie bereit für den nächsten Hauptschlag.

Tipp: Übe den Höhenwechsel zuerst ohne Fell. Halte die Sticks in der Luft und tausche langsam die Höhen, bis die Bewegung von selbst läuft. Danach spielst du dieselbe Bewegung auf dem Pad.

Typische Fehler beim Flam

  • Flacher Flam: Beide Sticks treffen gleichzeitig, es klingt wie ein einziger harter Schlag. Ursache: Die Höhen sind zu ähnlich. Lösung: Vorschlag wirklich tief halten, nicht mehr als 3 cm.
  • Zu breiter Flam: Man hört zwei getrennte Schläge, etwa „ta-tamm“. Ursache: Der Vorschlag startet früher als der Hauptschlag. Beide Hände müssen gleichzeitig losfallen.
  • Lauter Vorschlag: Der Vorschlag wird mitgeschlagen statt fallen gelassen. Lass ihn nur aus dem Handgelenk tippen, ohne Armbewegung.
  • Hände tauschen die Höhe nicht: Nach dem Hauptschlag bleibt der Stick oben. Dann wird der nächste Vorschlag zu laut. Achte auf den Down Stroke.
  • Eine Seite klingt anders: Fast jeder hat eine Flam-Seite, die besser klingt. Übe die schwächere Seite einzeln, etwa zehn rechte und dann zehn linke Flams.

Übungsplan für Flams

Übe täglich 10 bis 15 Minuten mit dem Metronom. Für einzelne Rudiments hilft der Rudiment-Trainer.

  1. Woche 1: Einzelne Flams in Vierteln bei 60 BPM, abwechselnd rechts und links. Sitzt, wenn alle Flams gleich breit klingen und du keine Doppelschläge mehr hörst.
  2. Woche 2: Flams in Achteln bei 60 bis 80 BPM, dazu Flam Tap und Flam Accent. Achte auf den Höhentausch.
  3. Woche 3–4: Flamacue, Flam Paradiddle und Swiss Army Triplet bei 60 bis 90 BPM.
  4. Danach: Pataflafla, Inverted Flam Tap und Flam Drag. Sie verlangen schnelle Höhenwechsel und sind die schwersten Flams.

Alle Flam-Rudiments im Einzelnen

Flam PAS 20

Flam (PAS 20)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. rL
Im Trainer üben

Ein Vorschlag und ein Hauptschlag, abwechselnd rechts und links. Klingt wie ein einzelner, breiter Schlag. Alle anderen Flam-Rudiments bauen darauf auf.

Übe zuerst in Vierteln bei 60 BPM. Wenn jeder Flam gleich klingt, gehe zu Achteln und steigere bis 90 BPM.

Flam Accent PAS 21

Flam Accent (PAS 21)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. L
  3. R
  4. rL
  5. R
  6. L
Im Trainer üben

Ein Flam und zwei Einzelschläge in Triolen: lR L R, dann rL R L. Der Flam fällt auf jede Zählzeit, die Führungshand wechselt jedes Mal. Klingt nach Marsch und eignet sich gut für Fills in Triolen.

Start bei 60 BPM. Die beiden Einzelschläge bleiben leise, damit der Flam hervortritt. Sitzt, wenn die Triolen gleichmäßig sind und nicht zu „Flam, Pause, zwei schnelle Schläge“ werden.

Flam Tap PAS 22

Flam Tap (PAS 22)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. R
  3. rL
  4. L
Im Trainer üben

Ein Flam und ein leiser Schlag mit derselben Hand wie der Hauptschlag: lR R, dann rL L. Dadurch ist der Flam Tap im Grunde ein Double Stroke Roll mit Flam auf jedem ersten Schlag.

Spiel den Tap direkt aus dem Rebound des Hauptschlags. Übe in Sechzehnteln ab 60 BPM. Sitzt bei 90 BPM ohne verwaschene Flams.

Flamacue PAS 23

Flamacue (PAS 23)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. L
  3. R
  4. L
  5. lR
  6. rL
  7. R
  8. L
  9. R
  10. rL
Im Trainer üben

Ein Flam, drei Einzelschläge und ein abschließender Flam: lR L R L lR. Das Besondere: Der Akzent liegt auf dem zweiten Schlag, nicht auf dem Flam. Das gibt dem Muster einen stolpernden, typischen Klang.

Übe ihn langsam bei 60 BPM und zähl laut mit, damit der Akzent auf „e“ landet. Erst wenn das sicher sitzt, steigere das Tempo.

Flam Paradiddle PAS 24

Flam Paradiddle (PAS 24)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. L
  3. R
  4. R
  5. rL
  6. R
  7. L
  8. L
Im Trainer üben

Ein Single Paradiddle mit Flam auf dem ersten Schlag: lR L R R, dann rL R L L. Oft auch „Flamadiddle“ genannt. Er verbindet die Flam-Technik mit dem Doppelschlag des Paradiddles.

Wer den Single Paradiddle sicher kann, lernt diesen schnell. Start bei 60 BPM in Sechzehnteln, Ziel 90 BPM.

Single Flammed Mill PAS 25

Single Flammed Mill (PAS 25)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. R
  3. L
  4. R
  5. rL
  6. L
  7. R
  8. L
Im Trainer üben

Ein Doppelschlag gefolgt von zwei Einzelschlägen, mit Flam am Anfang: lR R L R. Das Grundmuster R R L R heißt Mill. Weil der Doppelschlag direkt nach dem Flam kommt, braucht die Haupthand einen schnellen Rebound.

Übe zuerst die Mill ohne Flam bei 60 BPM, dann mit Flam. Sitzt, wenn der zweite Schlag nach dem Flam hörbar bleibt.

Flam Paradiddle-Diddle PAS 26

Flam Paradiddle-Diddle (PAS 26)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. L
  3. R
  4. R
  5. L
  6. L
  7. rL
  8. R
  9. L
  10. L
  11. R
  12. R
Im Trainer üben

Der Paradiddle-Diddle mit Flam am Anfang: lR L R R L L. Mit sechs Schlägen passt er in Sextolen. Die beiden Doppelschläge am Ende müssen schnell und gleichmäßig sein, damit der nächste Flam pünktlich kommt.

Start bei 60 BPM in Sextolen. Gut als Fill über Snare und Toms.

Pataflafla PAS 27

Pataflafla (PAS 27)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. L
  3. R
  4. rL
Im Trainer üben

Vier Einzelschläge mit Flam auf dem ersten und vierten: lR L R rL. Bei Wiederholung folgen zwei Flams direkt hintereinander, auf dem vierten Schlag und dem ersten der nächsten Gruppe. Genau dieser schnelle Doppel-Flam macht den Pataflafla schwierig.

Übe zuerst sehr langsam, bei 50 bis 60 BPM in Sechzehnteln. Achte darauf, dass beide Flams gleich breit klingen.

Swiss Army Triplet PAS 28

Swiss Army Triplet (PAS 28)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. R
  3. L
Im Trainer üben

Ein Flam, dann ein Schlag mit derselben Hand, dann einer mit der anderen: lR R L. Klingt fast wie ein Flam Accent, aber die Führungshand bleibt gleich. Das fühlt sich bei hohem Tempo oft leichter an.

Übe in Triolen ab 60 BPM. Wenn du ihn mit dem Flam Accent abwechselst, hörst du den Unterschied in der Bewegung.

Inverted Flam Tap PAS 29

Inverted Flam Tap (PAS 29)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. L
  3. rL
  4. R
Im Trainer üben

Ein Flam, dann ein Schlag der Vorschlag-Hand: lR L rL R. Anders als beim Flam Tap spielt also nicht die Haupthand den Tap, sondern die Hand, die gerade den Vorschlag gemacht hat. Jede Hand wechselt dadurch sehr schnell zwischen tief und hoch.

Übe langsam bei 50 bis 60 BPM in Sechzehnteln. Sitzt, wenn alle Flams bei 80 BPM gleich breit klingen.

Flam Drag PAS 30

Flam Drag (PAS 30)R = rechts · L = links · klein = Vorschlag · ▲ = Akzent
  1. lR
  2. llR
  3. L
  4. rL
  5. rrL
  6. R
Im Trainer üben

Ein Flam, ein Drag und ein Einzelschlag in Triolen: lR llR L. Der Drag (zwei schnelle Vorschläge) steht mitten im Muster, deshalb ist der Flam Drag eine gute Brücke zu den Drag-Rudiments.

Übe Flam und Drag zuerst einzeln, dann zusammen bei 50 bis 60 BPM. Sitzt, wenn die Triolen gleichmäßig bleiben.

So setzt du Flams am Set ein

Ein Flam auf der Snare auf Zählzeit 2 und 4 macht den Backbeat breiter. Probier das in einem langsamen Groove bei 70 BPM aus: Hi-Hat in Achteln, auf 2 und 4 lässt die rechte Hand die Hi-Hat aus und spielt stattdessen den Vorschlag auf der Snare, die linke den Hauptschlag (rL).

Flams auf zwei Instrumenten klingen besonders voll: Vorschlag auf der Snare, Hauptschlag auf der Standtom, oder Hauptschlag auf dem Crash zusammen mit der Bassdrum. Für Fills in Triolen eignet sich der Flam Accent, verteilt auf Hänge- und Standtom.

Wenn Flams sicher sitzen, sind die Drags der nächste Schritt: dort kommen zwei Vorschläge statt einem.